CreativCityRegensburg

Wie macht man Regensburg mit und für Kreative attraktiv ?

CreativeMonday 2011 - 2012

Erfolgreich gescheitert - zu Tode gesiegt ! ? 

 

Bereits beim zweiten CreativeMondayRegensburg kamen über 200 Kreative, was zu Problemen mit der "Versammlungsstättenverordnung" führte. Die Stadt Regensburg stelle den Kreativen danach keine "Versammlungsstätte" mehr zur Verfügung. Das war's dann auch schon wieder. 

  

2012 + 2013 Kreative verlassen Regensburg

Mehrere Kreative Organisatoren des CreativeMondayRegensburg verlassen Regensburg Richtung Berlin, Zürich und Wien. 

 

WahlJahr 2014 / KulturDiskussion

Im Wahlkampf 2014 wird das Interesse des BürgermeisterKandidaten Wolbergs auf die Zukunft der Kreativen in Regensburg gelenkt. Der CSU-Kandidat sieht die Kultur und Kreativen nur als Kostenproblem im Controlling. 

CreativeMonday 2014 - 2016

Kreative vernetzen und selbst-organisieren


StadtPolitik + Kreative

KreativBeirat für die Stadt

Kultur + KreativWirtschaft

KKW-Team

LegitimierungsArena

KreativWirtschaft basisdemokratisch selbst-organisieren

KreativWirtschaftArena

Kollektive Vertretung in einem Raum emergieren




KreativForum

Eine Graswurzelbewegung entwickelt Identität



StadtReferenten + KreativBeirat treffen aufeinander

Die Kreativen nehmen Kontakt auf


Kreative brauchen einen "Ort für Vernetzung"

Partizipation bauen + ausprobieren

Partizipation mit VirtualMockUp

Realität virtuell zugänglich machen


DeggingerArena

Platz und Strukturen für Workshops  schaffen


ForumKreativWirtschaft e. V. entsteht

ForumKreativWirtschaftArena

Forum KreativWirtschaft Regensburg e. V. bewußter strukturieren und vernetzen


KreativServices für Kreative

Service innovieren, inszenieren, kommunizieren und optimieren


Was ist das Kreativforum Regensburg - Teil 1

von P. Burkes, Okt 2015.




Diese Reportage baut auf den Artikel über Kreativwirtschaft auf.   Dort wurde erklärt, worum es bei dem Begriff Kultur- und Kreativwirtschaft geht. Was passiert aber derzeit in Regensburg?  Dazu erläutere ich in diesem Artikel:

  • das kreativForum
  • den CreativeMondayRegensburg
  • und das Amt des Kreativmanagers

I. Das KreativForum Regensburg

Da das Ganze noch in Entwicklung ist, fällt eine Definition schwer. Wie fasst man die Recherche-Ergebnisse zusammen, ohne dass es für einzelne Betrachter "falsch" wird. Ich versuche es in diesem Artikel. Voraus gingen intensive Recherchen, Gespräche mit Bekannten aus verschiedenen Kreativzweigen  sowie Erkenntnisse aus meiner bisherigen Mitwirkung im Arbeitskreis Pressemarkt unter der Leitung von Antonia Kienberger.

 Was ist das Kreativforum Regensburg. Für ganz eilige Leser:

Die Kreativbranchen in Regensburg - bzw. einige Engagierte aus diesen Branchen - haben im Herbst 2014 eine Institution gegründet, die eine Art Kommunikations-Organ zwischen Kreativbranchen und Stadtverwaltung ist. Auslöser war eine  bestehende Interessengruppe namens CreativeMondayRegensburg um Sebastina Knopp, die zusammen mit dem OB J. Wolbergs dieses kreativForum initiierte..

Dieses Organ namens "Kreativforum" ist ein noch nicht klar definiertes Organ. Da es vom OB Regensburg in Kooperation mit dem CMR im September 2014 initiiert wurde, und sich nicht aus der Kreativbranche selbst heraus entwickelt hat, orientiere ich mich zunächst an den Darstellungen der Stadt. Hier hilft eine Presseerklärung vom Dezember 2014, die das Kreativforum am konkretesten erklärt:

 Das kreativForum Regensburg setzt sich aus den zwölf gewählten Ansprechpartnerinnen und -partnern und ihren Stellvertreterinnen und Stellvertretern der Kultur-und Kreativbranchen zusammen. Erstes gemeinsames Ziel ist es, die Vernetzung innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft zu steigern und Konzepte für Beteiligungsformate für eine gemeinsame inhaltliche Arbeit zu entwerfen. 
Quelle und weitere Einzelheiten: Pressemitteilung https://www.regensburg.de/kultur/aktuelles/kreativforum-regensburg-konstituiert-sich

Sprachlich vereinfacht:

Das kreativForum Regensburg besteht  sich aus zwölf gewählten Ansprechpartnern der Kreativbranchen.  Als offizielle Ziele werden genannt:  

  • die Vernetzung innerhalb der Kreativen zu steigern  
  • Konzepte für Beteiligungsformate  zu entwerfen.


Es gibt ein weiteres Ziel, das sich indirekt aus allen weiteren Ausführungen der Stadt ergibt:

das Ziel, die Stadt zu beraten, soweit diese sich wiederum um die Förderung der Kreativszene bemüht. also zum Beispiel darüber, wie man das Kreativzentrum im Deggingerhaus gestalten könnte, und was die Szene sonst für Wünsche und Bedürfnisse hat.


Wie arbeitet das Organ?



  • Dazu führen die Delegierten regelmäßige Gesprächsrunden mit dem OB durch. Bei den Gesprächen können auch andere Vereine und Initiativen teilnehmen, wenn es um deren Projekte geht.
  • Für jede Teilbranche gibt es Arbeitskreise, die im Januar 2015 mit der Arbeit begannen. Die Arbeitskreise sind offen. So heißt es in der PM zu den Arbeitskreisen:
"Wer sich daran beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen. Für die erste Kontaktaufnahme wurde die Mail-Adresse kontakt@kreativforum-regensburg.de eingerichtet. Weitere Informationen: www.facebook.com/CreativeMondayRegensburg"
Quelle und weitere Einzelheiten: Pressemitteilung https://www.regensburg.de/kultur/aktuelles/kreativforum-regensburg-konstituiert-sich



Parallel gibt es weiterhin die Treffen an „kreativen Montagen“ („creative mondays“)  unter der Flagge "Creative-Monday-Regensburg". Dazu später mehr.

Ferner wurde von der Stadt Regensburg ein offizieller Ansprechpartner eingesetzt, ein Kreativmanager (auch: Cluster-Manager). Als derzeitiger Kreativmanager wurde Sebastian Knopp gewählt, der ursprünglich auch den CMR und später das kreativForum initiierte. Er ist auch Ansprechpartner für Fragen zum Deggingerhaus.

Und eines der ersten Projekte, an denen das kreativforum beratend und gestaltend mitwirken soll, ist das Kultur- und Kreativzentrum in der Wahlenstraße, im Deggingerhaus, das am 20. November 2015 eröffnet werden soll. 


Damit haben wir einen ersten Überblick.

Warum aber hat das kreativForum Selbstfindungsprobleme, worüber klagen Arbeitskreismitglieder, wer ist creative-Monday-Regensburg und wie hat sich chronologisch diese ganze Bewegung entwickelt?

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Was ist das KreativForum Regensburg (Teil 2)

Fortsetzung von Teil 1


Derzeitige Besetzung des Kreativforums

Am 8. Dezember 2014 trafen sich über 200 Regensburgerinnen und Regensburger aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in den Räumen der Städtischen Galerie Leerer Beutel, um für zwölf definierte Teilbranchen je eine Ansprechpartnerin/einen Ansprechpartner sowie eine Stellvertreterin/einen Stellvertreter für die Dauer von zunächst einem Jahr zu wählen. 


Wahlergebnisse für das erste kreativForum Regensburg 

 



Musikwirtschaft: Johannes Damjantschitsch, Clara Criado Hernández
Buchmarkt: Carola Kupfer, Ulrich Dombrowsky
Kunstmarkt: Falko Gaulke, Anjalie Chaubal
Filmwirtschaft: Felix Bruhns, Philipp Weber
Rundfunkwirtschaft: Petra Stikel, Detlef Kapfinger
Markt für Darstellende Künste: Clemens Rudolph, Ute Steinberger
Designwirtschaft: Thomas Triesch, Robert Hiltl
Architekturmarkt: Andreas Eckl, Stefan Ebeling
Pressemarkt: Antonia Kienberger, Nina Ilnseher
Werbemarkt: Andrea Hahn, Jörg Roscher
Software und Gamesindustrie: Waldo Sessler, Andreas Hechtbauer
Sonstiges: Robert Greis, Gabriele Thanner



Selbstfindungsproblem des kreativForums bzw. der Arbeitskreise

Da die Arbeitskreise gewollt für jedermann offen sind, setzen hier Probleme an:

diese Gruppengespräche finden in wechselnder Besetzung tatsächlich statt, aber es gab und gibt Diskussionen darüber, was diese Gruppen darstellen - Vereine? Abteilungen eines Vereins? GbR? Haben sie Verband-Charakter? Sind sie eigenständig, oder nur Berater der Stadt? Können sie eigene Pressemitteilungen erstellen oder müssen sie sich damit begnügen, dass die PM (nach entsprechender Prüfung) über die Pressestelle der Stadt laufen?

So sind es also bislang einfach offene Gesprächskreise mit nicht ganz klarer Rechtsnatur (zumindest aus der Sicht der Mitwirkenden) zumindest ohne feste Organisations-Struktur und ohne feste Mitglieder. 

Diese fehlende Struktur führt natürlich zu Frust bei einzelnen Gesprächsmitgliedern.

Ergebnis dieser Recherche ist, dass es teilweise unnötiger Frust aus Unwissenheit über Hintergrundfakten ist, teilweise aber der Frust durch eine Systemschwäche vorprogrammiert ist.  Es tauchen nämlich Fragen auf wie:

  • Wie wird der nächste Bereichsvertreter gewählt, wenn es anscheinend/scheinbar keine feste Mitglieder gibt, und ein ausgefeiltes Ladungs- und Wahlsystem wie im Vereinsrecht (§§ 21 ff BGB für den eingetragenen Verein) fehlt.
  • Wer kommt für die Kosten einzelner Aktionen auf, wie z.B. die Herstellung der Boxen für das Deggingerhaus, die mehr Zeit und Geld kosteten, als man vermuten möchte (eine Vereinskasse gibt es nicht)
  • Warum soll ich meine karge Freizeit für die Treffen und für das Lesen der emails opfern, wenn ich möglicherweise gar keinen Einfluss auf die 'Entscheidungen "da oben" habe, ja, wenn sich das hier möglicherweise alles von selbst zerfleddert. Und vor allem - wenn ich nicht weiß, für wen ich eigentlich arbeite?

Entgegen ursprünglicher Ausführung an dieser Stelle war es nicht die Stadt, die von den  Kreativen erwartete, sie würden "irgendwie" zusammentun und formieren.Wie genau das kF entstanden ist, schildere ich im dritten Teil dieses Artikels.


Häufige Klage in diesem Zusammenhang:

wie soll das funktionieren, ein Verband bildet sich von unten und kann nicht von oben verordnet werden. Hätte es nicht gereicht, eine Abteilung bei der Stadt einzurichten, mit der wir Kreativen dann kommunizieren können (was dann wohl später auch durch den Kreativmanager teilrealisiert wurde, und eine zweite Stelle soll mittlerweile auch schon geschaffen werden). Müssen wir hier in den Gruppen rätseln, wie das weiter gehen soll? Und werden wir vielleicht nur als Zugpferd für publicity verbraten?


Die Einwände sind verständlich. Allerdings:

Es war eine spontane Idee des neu gewählten oberbürgermeisters, dass eine Vertretergruppe als Gesprächspartner gut wäre. Die Idee wurde auf einer Veranstaltung im Herbst 2014 geäußert, organisiert von der Gruppe um "Creative-Monday-Regensburg", die den OB zum Gespräch eingeladen hatte.

Diese Gruppe wiederum nahm die Idee ernst und organisierte Treffen der Kreativen, um sie zur Wahl von Interessenvertretern aufzurufen. Dass dabei das Problem auftaucht, wie sich die Interessenvertretungen selbst strukturieren sollen, was ihnen damals klar.

Die Durchführung ist schwer. Aber irgendwie muss man anfangen.


Und trotz allem hat sich doch einiges Positives entwickelt. Zum Teil bei der anhaltenden Beratung, wie das Kreativzentrum im Deggingerhaus konzipiert sein soll, zum Teil aber auch durch andere Vorschläge und Projekte. 

Trotz vieler Klagen kommen trotzdem immer wieder Kreative zu den Treffen der entsprechenden Gruppen. Aber viele sind nach den ersten Gesprächen auch bald ferngeblieben. Der engagierten Leiterin der Gruppe Presse, Antonia Kienberger, ist es zu verdanken, dass hier dann tatsächlich einige ganz konkrete Projekte entwickelt und vorgeschlagen wurden (die gibt und gab es natürlich auch in anderen Arbeitskreisen!). 
Und sehr fruchtbar war ein Treffen im Frühjahr, bei dem sie auch Leute aus anderen Arbeitskreisen sowie den Kreativmanager S. Knopp einlud. Der crossover-Austausch wurde von allen begrüßt.  Herr Knopp war gleichermaßen erfreut und nachdenklich darüber zu hören, wie die Basis die Situation sieht. Und die Teilnehmer anderer Gruppen ließen erkennen, dass sie hauptsächlich an Vernetzung und Kontakten interessiert sind, ein tiefsitzender Wunsch, der die Leute zu weiterem Mitwirken motiviert. Und es wurden an diesem Abend auch konkrete Projekte ausgebrütet.


Aber die Probleme aus dem "Formiert Euch" -Ansatz bleiben. Es scheint, es hätte es andere Vorgehensweisen geben können. Als Beispiel fällt Linz in Österreich ein. 

Diese Stadt hat sich - aus einer hässlichen Industriestadt heraus - zu einer unglaublichen und faszinierenden Kulturmetropole entwickelt, aufgrund eines professionellen Konzepts durch die Stadtverwaltung, aber initiiert durch die Kunstszene. Die "Ars Electronica" ist da nur ein kleines Mosaiksteinchen, da gibt es noch das Brucknerhaus, die ehemalige Tabafkfabrik, das Ars-Electronca-Center, das Lentos-Museum, das absolut geniale Kulturzentrum HOF in der Altstadt, eine ehemalige Schule, und mehr. 

 

 



Das setzte aber professionelle Konzepte voraus, von der Stadt finanziert, von Beratern begleitet. Linz hatte 87 Millionen Euro investiert, um Kulturhauptsadt zu werden.  Hier hätte man nicht die Künstler, Musiker und Designer am Ort ansprechen um zu sagen: "macht was" oder "sagt doch mal, was ihr wollt". Die kleinen Kreativen bräuchten nämlich selbst Unterstützung, professionelle Beratung durch Verbände oder durch Unternehmensberater, um zu wissen, wie man die Situation verbessern kann. 
Jedoch: als Linz ab 2006 anfing, auf den Status als Kulturhauptstadt hinzuarbeiten (Stichwort "Linz 09" https://de.wikipedia.org/wiki/Linz_2009_%E2%80%93_Kulturhauptstadt_Europas) wurde sie kritisiert, dass sie gerade die lokalen Künstler nicht eingebunden hätte. Es kam zu zahlreichen lokalen Initiativen als Gegenbewegung (vgl. Wikipedia, a.a.O.
Man kann also nicht sagen - was man im ersten Moment vermuten würde - dass die Stadt Linz die örtlichen Kreativen indirekt stützte, indem sie ihnen ein Heim zimmerte, so dass sie sich entfalten können.  
 





Zwar hat es die Stadt geschafft, eine gigantische Kunst und Kulturstadt zu werden und zu Recht den Titel "Kulturhauptstadt" zu bekommen (das geht im genannten Wikipedia-Artikel über die Kulturhauptstadt Linz etwas unter). Allerdings förderte das Vorgehen nicht unbedingt die lokalen Künstler, jedenfalls nicht sofort und direkt.

Daher sollte man nicht voreilig fordern, dass derlei Vorgehen auf andere Städte übertragen werden soll.

Der so genannte  Regensburger Datenreport

Im übrigen hat die Stadt Regensburg durchaus von sich aus agiert und zunächst in eigene Forschung investiert: es hatte nämlich eine Studie über die Kreativwirtschaft in Regensburg in Auftrag gegeben;

Datenreport Kultur-­‐und Kreativwirtschaft Regensburg (Juni 2014)
Empirische Untersuchung zur Lage der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Stadt Regensburg
Auftraggeber: Stadt Regensburg Referat für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen, Amt für Wirtschaftsförderung 
Verfasser: Michael Söndermann, Büro für Kulturwirtschaftsforschung, Köln 
Diese äußerst aussagekräftige Untersuchung des Regensburger Zustands kann man hier abrufen:  Kreativ- und Kulturwirtschaft Anlage (1643 KB)


Darauf gab es am 8.10.2014 folgenden
Stadtratsbeschluss:

Beschlussvorlage, öffentlich
Zuständig: Amt für Wirtschaftsförderung
Drucksachennummer: VO/14/10237/85
Berichterstattung: Wirtschafts-, Wissenschafts- und Finanzreferent Daminger
Gegenstand: Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg

Beratungsfolge

08.10.2014 Ausschuss für Wirtschaft
08.10.2014 Kulturausschuss
23.10.2014 Stadtrat der Stadt Regensburg

Beschlussvorschlag:

Der Stadtrat beschließt / Der Ausschuss empfiehlt:
 

  • Der Ausschuss nimmt den Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg von Herrn
    Michael Söndermann, Büro für Kulturwirtschaftsförderung Köln, zur Kenntnis.
     
  • Der Ausschuss empfiehlt dem Stadtrat die Verwaltung zu beauftragen,
    • die personalwirtschaftlichen Voraussetzungen für die baldmögliche Besetzung einer noch zu schaffenden Stelle für die Kultur- und Kreativwirtschaft vorzubereiten
    • in einem Beteiligungsprozess mit den Akteuren der Branche ein geeignetes Areal für die Unternehmen und Vereinigungen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu identifizieren und ein Konzept für ein Kreativquartier zu entwickeln.
    • geeignete Räume für die Kultur- und Kreativwirtschaft als Übergangslösung bis zur Umsetzung des Kreativquartiers zu identifizieren und dem Stadtrat zu berichten.
Sachverhalt:

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine bedeutsame Branche in Regensburg mit 3.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 670 Unternehmen, also mit insgesamt rund 4.100 Erwerbstätigen (Zahlen 2012). 11,1% aller Selbständigen in Regensburg sind in dieser Branche tätig. Der Jahresumsatz 2012 liegt bei 427 Mio. EUR. Umsatzstärkste Märkte sind Pressemarkt, Designwirtschaft, Software-/Games-Industrie und Werbemarkt.

Die relevanten Branchenkennzahlen liegen in Regensburg über dem bayernweiten Durchschnitt. Auch im Vergleich der bayerischen Städte hat Regensburg eine Spitzenposition.

(hier Diagramm)


Akteure in Regensburg

Die Strukturen der KuK in Regensburg sind heterogen, die Akteure wenig vernetzt, ein ge- meinsames Branchenverständnis über die 11 Teilmärkte existiert nicht. Neben den etablier- ten Organisationen wie z.B. Architekturkreis, Handwerkskammer, Kunstverein Graz etc. gibt es viele kleine Initiativen, die schon aktiv sind oder noch auf der Suche nach Räumlichkeiten. Beispielhaft können genannt werden:

  • CreativeMonday: Vernetzungstreffen der Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft, ge- planter Turnus 2 monatlich, Vernetzung der Kreativen untereinander (Schwerpunkt 2014) und mit anderen Branchen und Institutionen (ab 2015)
  • Coworking: kreative Bürogemeinschaft wird aufgebaut
  • Komplex: Kulturhaus für Regensburg wird gesucht
  • Spot e.V.: Skaterhalle wird gesucht
  • Planraum e.V.: Umsetzung kreativer, technischer Ideen (3D-Drucker, Löten, etc.)
  • Kurzfilmwoche: Räume für Filmproduktion und Filmvorführung werden gesucht
  • The prosecution: Band, die Räume angemietet und zu Proberäumen umgebaut hat für eigene Nutzung und Untervermietung
  • Schauspielschule

Aufbau eines Netzwerkes im Bereich KuK

Für den Aufbau eines Netzwerkes sollen personelle und räumliche Kapazitäten geschaffen
werden:

Kultur- und Kreativmanager
Die Belange der Akteure und Unternehmen der KuK sollen zukünftig stärker unterstützt werden.
Dazu soll die Stelle eines/r Kultur- und Kreativmanagers/in geschaffen werden, der/die
die Akteure der Branche stärker vernetzt und an der Umsetzung der im Datenreport identifizierten
Handlungsfelder arbeitet.

Kreativquartier
Unternehmen der KuK stehen in Regensburg vor der Herausforderung, sichtbarer zu werden,
also öffentlich noch stärker wahrgenommen zu werden und dafür geeignete Räumlichkeiten
zu finden. Ein gemeinsam genutztes Kreativquartier würde der Raumnot Abhilfe
schaffen und die stärkere Vernetzung fördern. Eine örtliche Bündelung der Akteure würde
weit über Regensburg hinaus Strahlkraft entwickeln. Diese Räume müssen aufgrund der
Heterogenität der Branche vielfältig nutzbar sein,

1. für die Tätigkeitsfelder der Unternehmen der KuK als Gründerzentrum, Schule, Atelier,
Werkstatt, Proberaum, Film-, Foto-, Tonstudio, Veranstaltungsraum, Ausstellungsraum,
Coworking-Space, offene Werkstätten, zentraler Begegnungsort/Cafeteria, und

2. als Verortung für ein übergeordnetes Angebot für diese Branche für Beratungen, Gründungsförderung, Weiterbildungsmaßnahmen, öffentliche Veranstaltungen, Kooperationsprojekte,
Kinder- und Jugendwerkstatt, junge Kunst.

Bei der Identifikation möglicher Standorte für das Kreativquartier sollte ein ganzheitlicher
inklusorischer Ansatz der Quartiersentwicklung (Beteiligungsprozess) unter Berücksichtigung
der Vereinbarkeit von Arbeiten und Wohnen Anwendung finden. Für lärmintensive Nutzungen
wie handwerkliche Tätigkeiten oder durch Musiker oder für Veranstaltungen ist eine teilweise
abgeschiedene Lage nötig. Gleichzeitig muss das Quartier mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
oder mit dem Rad gut an den Innenstadtbereich angebunden sein.

Die Entwicklung eines Stadtquartiers für die KuK wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Bereits
heute ist jedoch der Bedarf an geeigneten Räumlichkeiten groß. Deshalb soll versucht
werden, eine geeignete Übergangslösung zu organisieren.

Anlagen: Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg
Quellen (alternativ)



Auch muss man erwähnen, dass die Stadt vorhat, das Kulturzentrum im Deggingerhaus stark zu subventionieren

Allerdings hat hier die Stadt eben nicht Professionelle mit dem weiteren Ausbaukonzept beauftragt, oder eine Ausschreibung vorgenommen, sondern der OB hat die Szene vor Ort aufgefordert: "Sagt mir was ihr wollt. Ich will euch helfen".

Und wenn  man das nun mit Linz vergleicht, muss man sagen: Regensburg geht basisdemokratischer vor. Die gegenwärtigen Maßnahmen setzen auf regionale Kreative, und nicht darauf, mit Gewalt Kulturhauptstadt zu werden.

Und nebenher wurden die Kreativen angestups, sich zu vernetzen.  Zum Problem Vernetzung wird noch einiges zu sagen sein.


Den Anstupser gaben Stadtrat, die Bürgermeister und die Initiative Creative-Monday-Regensburg im Herbst 2014. Wer ist aber Creative-Monday-Regensburg?

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Was ist das KreativForum Regensburg (Teil 3 - Schwerpunkt Creative Monday)

Fortsetzung von Teil 2

(Update 08.11.2015)



Wer oder was ist also "Creative Monday Regensburg (_CMR), der als Initiator fungierte, und parallel zum mittlerweile geschaffenen kreativForum weiterhin eigenständig seinen Aktivitäten  nachgeht.



"Creative Monday Regensburg" (_CMR)  ist der Name für ein regelmäßiges Treffen von interessierten Kreativen in Regensburg, nach dem Vorbild der bundesweiten Veranstaltungen der Regierung mit Namen "creativeMonDay" im Jahre 2012, bzw. dem nochmals vorangegangenen Veranstaltungsserie in Nürnberg des Vereins  "ZENTRIFUGE e.V.", der dieses Konzept 2010 erstmals entwickelt und benannt hat.

Mit "Creative Monday Regensburg" meintman sowohl die Veranstaltungen als solche, es kann aber auch die lose Gruppe ehrenamtlich engagierter Leute gemeint sein, die das alles organisieren.


„Creative Monday“ sei „der Treffpunkt der ‚Kreativwirtschaft‘ in und um Regensburg“, schreiben die Organisatoren über sich selbst in der Facebook-Gruppe. Willkommen sei jeder, „der in der Kreativwirtschaft Regensburgs tätig, oder kreativ und kulturell engagiert“ sei.  

Gelegentlich wird Creative-Monday  als Veranstaltungsformatbezeichnet. Ein Montag, andem Kreative einer Region sich austauschen. Es gibt übrigens auch creative-tuesday usw.

Speziell der Creative-Monday-Regensburg wird auch als eine Art Plattform für Kulturschaffende und Kreativunternehmen bezeichnet. Durchaus zu Recht - denn neben den Treffen kann man sich auch im Internet austauschen, und zwar auf der Webseite  
www.facebook.com/CreativeMondayRegensburg"
Damit hat man wirklich  eine Art Plattform, während die Creative-Mondays  streng genommen nur eine Serie von Veranstaltungstagen sind,  mit workshops, Vorträgen, Selbstdarstellungen und Diskussionen. Dazu gibt es am Ende dieses Artikels konkrete Beispiele.

In der schon genannten Pressemitteilung der Stadt Regensburg vom Dez 2014 heißt es im letzten Absatz:


Über CreativeMonday Regensburg 
Der _CMR ist ein Veranstaltungsformat, das sich an alle Kreativen Regensburgs richtet und etwa viermal pro Jahr zu Veranstaltungen einlädt. Im Fokus stehen Sichtbarkeit der Akteure, ihrer Projekte, der Austausch und die Vernetzung der Kreativszene untereinander und zu anderen Wirtschaftsbereichen.
Um der Heterogenität und Vielfältigkeit der Kultur-und Kreativwirtschaft gerecht zu werden, wurde bewusst ein Format gewählt, das dezidiert offen und frei für gestalterische Impulse ist.

Der _CMR wurde im April 2014 von Sebastian Knopp und Michael Wingenfeld initiiert.
In anderen Darstellungen werden als Initiatoren Sebastian Knopp und Florian Rottke genannt. Michael Wingenfeld ist  Mitakteur der ersten Stunde, als in der Zeit ab 2012, als sich die Regensburger vernetzten.

Florian Rottke leitet derzeit den CMR,  im Team mit Micaela Sabatier, Andrea Hahn, Jörg Roscher und Michael Wingenfeld. Sebastian Knopp hat sich im Rahmen seiner Tätigkeit als Kreativmanager bei der Stadt Regensburg und aufgrund der zeitlichen Kapazität zurückgenommen, ist aber im Team  des _CMR noch angagiert.

Bevor ich die Geschichte des _CMR (Creative Monday Regensburg) weiter erzähle, ist es notwendig, die Nürnberger Ursprünge anzusehen.

Creative Monday - das Original aus Nürnberg 

Auf der Suche nach dem Ursprung des Begriffs stößt man dann auf Nürnberg. Dort kommt der Begriff her. 


Der “CreativeMonday” wurde 2010 von Markus Teschner und Michael Schels (Zentrifuge e.V.) initiiert und ist ist eine selbst organisierte Veranstaltungsserie von Akteuren und für Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft. Erstes Treffen war am 12.04.2012 in der Zentrifuge.
Zwei Kooperationspartner kamen 2012 dazu: Das Neue Museum Nürnberg und PHOCUS BRAND CONTACT. Nach einer ersten Spiel- und Entwicklungsphase in der Zentrifuge wurde der CreativeMonday im Wechsel an zwei Standorten durchgeführt - im Neuen Museum Nürnberg und in der Werkstatt 141 Auf AEG. Seit 2015 findet er bis auf weiteres nur noch im Neuen Museum statt, da die Veranstaltung mittlerweile so gut besucht ist, dass die Werkstatt 141 nicht mehr genügend Platz bietet. (Quelle)
Der Name lehnte sich an den "Web-Montag" an. 
Web Montag ist ein informelles, nicht-kommerzielles, dezentral organisiertes Treffen, das zum Ziel hat, all diejenigen miteinander zu verbinden, die die Zukunft des Internet gestalten. Inspiriert von der Kultur Silicon Valleys startete der Web Montag gegen Ende 2005 in Köln als Versuch, ein bisschen “kalifornischen Sonnenschein” nach Deutschland zu bringen. Quelle: http://webmontag.de/web_montag
Die auch heute noch stattfindenden Nürnberger Creative Monday-Treffen schaffen die Möglichkeit, Projekte im Kreativ- und Kulturbereich in der Metropolregion Nürnberg sichtbar zu machen, sich darüber auszutauschen, sie zu unterstützen.

Bei den Veranstaltungen bieten Vertreter aus verschiedenen Bereichen – wie Verlage, Werbe- und Designagenturen, Architekten, Journalisten, Gestalter, Fotografen – Einblick in ihre Arbeit, präsentieren Ideen und Projekte. Die Beiträges ollen  engagiert, lebendig und kurz sein, ferner exemplarisch, stellvertretend, einführend - so die Vorgaben des Veranstalters, eben des Vereins Zentrifuge e.V.

Ablauf eines Original-Creative-Monday

So läuft ein Nürnberger Creative Monday gemäß einer Selbstdarstellung ab:
Jeder CreativeMonday startet um 19 Uhr (Einlass) und beginnt um 19:30 Uhr mit einer Vorstellungsrunde: Alle Teilnehmer – und dazu zählen auch die Besucher – stellen sich kurz mit ihrem Vornamen vor und nennen ein bis zwei Begriffe, die zu ihnen passen. So kann sich jede(r) schon mal ein Bild machen vom kreativen Potenzial im Raum und später auch gezielt Kontakt aufnehmen. Üblicherweise wird sich beim CreativeMonday geduzt.

Nach der Vorstellungsrunde präsentieren wir immer einen künstlerischen Beitrag – dieser kann musikalisch sein, aber auch Lesungen, Performances oder Tanzeinlagen sind möglich. Der künstlerische Beitrag dauert maximal zehn Minuten.

Nach dieser künstlerischen Einstimmung starten gegen acht Uhr die Präsentationen. Drei Mal sieben Minuten. Die Presenter stellen ihre Projekte einzeln oder im Team vor. Dazu haben sie Material vorbereitet, das sie per Beamer und/oder über die Tonanlage einspielen. Auch andere Formen der Präsentation sind möglich – Hauptsache kreativ.

Und direkt im Anschluss an die Präsentationen kommen im zwei-Minuten-Takt die Ideenpitches auf die Bühne. Hier stellen Projektemacher, Künstler und Kreative Schlag auf Schlag ihre Ideen und Projekte vor. Wer uns spätestens ein paar Tage zuvor Titel und Motiv zukommen lässt, bekommt zu seiner Kurzpräsentation eine visuelle Unterstützung per Beamer. Es geht aber auch spontan und rein verbal.

Nach den Präsentationen und den Ideenpitches beginnt gegen 21 Uhr das Netzwerken – in lockerer Atmosphäre miteinander plaudern und den Abend entspannt ausklingen lassen. Gegen 23 Uhr endet die Veranstaltung.

http://ichbinz.weebly.com/creativemonday.html (= Webseite der Zentrifuge)
Mehr dazu:

Der Name Creative Monday für Veranstaltungen dieser ARt wurde von anderen Initiativen übernommen, sowohl im Inland als im Ausland. Benutzt hat ihn auch eine öffentliche Stelle - und zwar im Jahre 2012 für eine bayernweite Serie von Veranstaltungen in verschiedenen Städten. Veranstalter war letztlich die Bundesregierung und das von ihr geschaffene Kompenzzentrum für die Kreativwirtschaft. Auf den Plakaten werden genannt:
  • Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes
    RKW www.rkw.de/kreativ, 
  • Initiative Kultur & Kreativwirtschaft der Bundesregierung,
    www.kultur-kreativ-wirtschaft.de

Im Internet findet man eine Reihe von creative-monday-Plakaten zu verschiedenen Städten aus dem Jahre 2012, unter anderem auch von Regensburg, Würzburg und von Starnberg. Das Layout des Plakats ist identisch. Nur der Ort, der  im Zentrum des Bildes genannt wird, ist unterschiedlich.



Im Einleitungstext heißt es dann

Das Regionalbüro Bayern des Kompetenzzentrums Kultur-und Kreativwirtschaft des Bundes lädt (gemeinsam mit der gfw Starnberg mbH etc.) ein zum creative monday

Ferner gibt es den Hinweis: "Das Veranstaltungsformat »Creative Monday« wurde von der ZENTRIFUGE AUF AEG in Nürnberg initiiert"

Der erste Creative-Monday in Regensburg 2012

Wie man dem Plakat entnehmen kann, gab es also am  

9. Juli 2012 in Regensburg

 eine von der Bundesregierung  initiierte Creative-Monday-Veranstaltung.


Danach hat die Regierung, soweit ich das sehen kann, keine Veranstaltung mehr in Regensburg organisiert, während der Verein in Nürnberg mehrmals jährlich eine solche VA durchführt.

In Zeitungsnotizen oder in den  Gesprächskreisen der Regensburger heißt es oft, es hätte mal vor Jahren einen ersten Vernetzungsversuch gegeben, aus dem nichts weiter geworden sei, oder der im Sande verlaufen sei.

Nun -  das ist keine glückliche Formulierung.

Denn diese Veranstaltung 2012 kam von oben, und war für sich wohl ein Erfolg. Dass die Regierung das nicht fortsetzte, kann man den Regensburger nicht anlasten.

Man bedenke, dass jede der Veranstaltungen viele finanzielle und personelle Ressourcen kostet, und dass so eine Veranstaltungsreihe nicht von alleine weiterläuft. Irgend jemand muss dies organisieren, die Plakate bezahlen, die Werbung und die Räume organisieren, und so fort. 
Das fällt den amtlichen Stellen leichter als einem Privatmann. auch finden sie schneller einen Sponsor zur finanziellen Unterstützung.

Wie sich später bei einem Gespräch mit dem Mitgründer des CMR, Sebastian Knopp, herausstellte, treffe ich mit diesen Überlegungen voll in das Schwarze. 

Wenn also nach 2012 nichts mehr in Regensburg erfolgte, ist das kein "Fehlschlag", auch kein "Im Sande verlaufen" von Vernetzungsbemühungen. Während der durch die Vereinskasse finanzierte Nürnberger Verein viermal jährlich eine solche Veranstaltung stemmt, gab es in Regensburg keinen Verein, und die Regierung führte das Konzept der überregionalen Creativ-Montage offenbar nicht fort.

Zum Creative-Monday-Regensburg

(nachfolgenden Abschnitt habe ich nach einem Interview mit Sebastian Knopp vom 06.22.2015 neu gefasst, letztes Update 10.11.2015)

Einen Creative Monday in Regensburg gab es offenbar schon bis 2012, also parallel oder vor dem bayernweit organisierten Treffen. Benno Sawitzky und Waldo Sessler waren die Initiatoren dieses "Creative Monday Regensburg". Benno Sawitzky ist 2012 nach Berlin umgezogen. Michael Wingenfeld engagierte sich in der Zeit danach in dieser Gruppe, insbesondere im Jahr 2014. Er hat auch bei Benno Sawitzky aus Berlin angefragt ,um über die Fortführung der Vernetzungsideen zu reden. Es wurde dann beschlossen, das Format neu aufleben zu lassen. Es gab ab Frühjahr 2014 kleinere Treffen, bei denen Sebastian Knopp und weitere Kreative dabei waren.

Am 29.09.2014 hab es dann den ersten "Creative Monday" (im Sinne einer Vernetzungsveranstaltung), bei dem auch der frisch gekürte Oberbürgermeister J. Wolbergs eingeladen wurde. 
Entgegen meiner ursprünglich hier geäußerten Vermutung gab es keine Abstimmungen mit dem OB vor diesem Treffen - alles, was  bei diesem Treffen entstanden ist, entwickelte sich spontan.
Das Treffen war von den freiwilligen Initiatoren (ich nenne sie hier die CMR-Gruppe) ehrenamtlich und mit viel Aufwand organisiert worden.

Ziel der Einladung des OB war es, über die Rolle der Stadt zu diskutieren. Man wollte vom OB wissen, wie es weiter geht und welche Vorstellungen der OB oder die Stadt haben.

Das Gespräch mit dem OB wurde damals durch Sebastian Knopp moderiert. Dabei kam die Aussage des Oberbürgermeisters: "Ich würde eine Gruppe von Kreativen gut finden, mit denen ich reden kann". Der nächste Frage war "Wie könnte man das machen?" Darauf meinte der OB, eher flapsig und beispielhaft, in die Runde der anwesenden Kreativen: "Macht doch bis in 10 Tagen eine Gruppe, und ich tausche mich mit diesen aus."

Die Creative Monday Gruppe fand die Idee einer Deligiertengruppe gut, glaubte aber nicht, dass die angesprochenen Kreativen sich so schnell selbst formieren können. Sie wartete die 10 Tage ab, nichts pasierte.

Die CMR-Gruppe war der Ansicht, dass man dieser  zu gründenden Interessengruppe (die sich am Ende kreativForum nennen sollte) Starthilfe geben müsse, und zwar organisatorischer Art.

Das Problem war: welche Struktur soll das alles haben. Erste Überlegung war eine  Art KREATIVBEIRAT, der die Stadt im Interesse der Kreativen berät.

Aber man stellte schnell fest: kein Beirat sondern eine ständige Interessenvertretung muss her. Eine, die dann mit demokratischer Wahl Gruppenvertreter bestimmten kann. Von 10 Leuten war damals die Rede, als Vertreter einzelner Kreativbereiche.

Um also eine Starthilfe für die Kreativen zur einer Selbstformatierung dieser Interessenvertretung zu geben, organisierte die CMR-Gruppe ein weiteres Treffen, bei dem Kreative der Stadt eingeladen wurden.

Das war die Veranstaltung am 08.12.2014.

200 Leute  sollten sich an 12 moderierten Tischen versammeln, um jeweils 2 Interessenvertreter zu wählen.

Die Veranstaltung war ein Kraftakt für die CMR-Gruppe, die  erneut ehrenamtlich und auf eigene Kosten agierten. Florian Rottke und Sebastian Knopp waren dabei, als Vertreter des _CMR Teams und als Moderatoren des Abends.

Sebastian Knopp legt Wert auf die Feststellung, dass es im Rahmen von Vortretten zum 8.12.2014 fast 40 Kreative waren, die diese Veranstaltung ermöglicht haben. am Abend selbst waren es allein 24 Moderatoren, die an den Tischen die Wahlen mitorganisierten.



Die einzelnen Branchengruppen sollten selbst entscheiden, wie sie den Interessenvertreter wählen wollen, also ob freie Wahl, geheime Wahl,  etc. (Würfeln und Fingerhakeln fällt mir dazu noch ein)
Als neuer Name für die gesamte Interessenvertretung kristallisiert sich heraus: "KREATIVFORUM"

Die erste Hausaufgabe - nach der Wahl der Sprecher - war, sich selbst zu definieren. Lose Gruppe? Verein? Verband? Auch das überließ man den Kreativen. Der CMR wollte nur eine Starthilfe geben.

Dass die Struktur ein Problem werden würde, war den CMR-Gruppe klar. Es gab keine Vorbilder, auch nicht in anderen Städten. Man hätte sich als nicht eingetragener oder eingetragener Verein formieren können, oder als lose Gruppe, wie beim CMR selbst.

Das Feedback bei dieser Veranstaltung am 8.12. war sehr gut. Die Gruppe kann sich noch nicht und merkten, welche Synergieeffekte die Vernetzung hat. Etwas, was all denjenigen Kreativen, die sich bis dahin noch nicht mit dem Gedanken des Netzwerkens (networking) befasst hatten, erst klar werden musste. Trotz vermeintlicher Konkurrenz lohnt es sich, sich auszutauschen (vgl. aus der Hochphase des heutigen Networking-Gedankens: Netzwerker erzählen: Schluss mit dem Einzelkämpfertum(Spiegel, 2006)

Die Stärke des kreativForums (kF) war aus Sicht des CMR:

a) es gibt Ansprechpartner
b) das kF ist Spiegel der Bedürfnisse der Branche
Anfang Februar 2015 (glaublich 10.02.2015) kam es zum ersten Treffen mit dem Oberbürgermeister - dem ersten, nach seiner Aufforderung eine Gruppe zu konstitutionieren. Bei diesem Treffen war Sebastian Knopp noch als Mitglied von Creative Monday anwesend. Erst kurz darauf wurde er zum ClusterManager der Stadt und zog sich aus dem kreativForum zurück. Im CMR als offenes Netzwerk ist er bis heute engagiert.

Manche Beobachter hatten Zweifel oder zu hohe Erwartungen an das neue kreativForum. Eine Interessenvertretung, die sich erst formieren muss, konnte nicht schon bis zum Janaur die ersten Projekte stemmen. Erst muss die Selbstorganisation geklärt werden. Es gab zwar jetzt Gruppenvertreter, aber es gab noch keinen Gesamtsprecher, keinen gemeinsamen Ansprechpartner für außen. Diese musste noch gewählt werden.

Die CMR-Gruppe gab weiterhin Hilfestellung, in dem es die ersten Treffen organisierte, erwartete dann aber, dass das kF dies selbst übernimmt.

Schließlich wurden die Sprecher des (gesamten) kreativForums gewählt: Carola Kupfer (Buchmarkt), Andreas Eckl (Architekturmarkt) und Jörg Roscher (Werbemarkt).

Erst jetzt war eine ausreichende Struktur des kreativForums vorhanden und die CMR-Gruppe konnte sich zurückziehen.



Die Plattform von Creative Monday Regensburg



Die Inititatoren haben eine sehr aktive facebook-Seite eingerichtet. Die Einrichtung auf facebook wurde nicht als optimal angesehen, aber die Zeit drängte und eine facebook-Seite war schnell zu realisieren. Andere domains wurden nur vorläufig reserviert. Die Adresse der facebook-Seite:

Wie schon erwähnt: Seit Sebastian Knopp die Stelle als kreativManager der Stadt Regensburg angenommen hat, hat Florian Rottke die Leitung übernommen.

Letzter bekannter Veranstaltungstag im Stile eines Creative Monday war offenbar im Frühjahr 2015.

Ich musste dazu allerdings lange das Archiv rückwärts durch-scrollen. Eine direkte Sprungmöglichkeit wie bei blogspfot-Seiten oder Wordpress-Seiten gibt es bei facebook nicht. auch keine Schlagwortsuche (Labels, Rubriken, Kategorien). Es gibt allerdings die Möglichkeit fester Unterseiten; derzeit ist nur eine Unterseite mit dem Impressum angelegt. Möglicherweise und hoffentlich kommt hier noch eine Unterseite mit Basisinformationen über das Projekt hinzu. Oder man wechselt von facebook zu blogger.

Nächtse Veranstaltung wird am 23. November 2015 sein.

Diese Webseite  auf facebook ist aber - von den geschilderten Navigationsnachteilen abgesehen - eine hervorragende und viel zu wenig bekannte Plattform für Kreative. 

Denn diese Seite berichtet nicht nur über Aktivitäten von CMR oder kreativForum, sondern liefert auch kurze Nachrichten über freie Räume, Fördermöglichkeiten, Stellenausschreibungen oder Partnerschaftsgesuche und andere Tipps enthält. Da die redaktionelle Auswahl auf die regionalen Kreativen und ihre tägliche Arbeit zugeschnitten ist, ist das ein iedeales Nachrichtendienst für Kreative in Regensburg.

Weitaus interessanter als die Bemühungen um die derzeit diskutierte  Datenbank, die man interaktiv abrufen könne, und die Vernetzungen und Selbstdarstellungen aufzeige. Eine solche Datenbank würde nämlich einen Planungszeitraum von ein bis zwei Jahren in Anspruch nehmen, und der Erfolg hängt davon ab, ob und wie jemand in dieser Datenbank recherchiert. 

Für diejenigen, die einen facebook-account haben, ist also ein facbook-abo (durch das berühmte Gefällt-mir-Button) interessant. Auch dann, wenn sie selbst sich nicht engagieren und die kreativenMontage nicht besuchen.



Beispiel Stellenausschreibung
Beispiel: Mietangebot (speziell geeignet für Kreative)
Nochmal:Mietangebot
Autor sucht Zeichner für Illustration:


co-working Möglichkeit

Hinweis auf Stellen-Ausschreibung:


Nochmals Hinweis auf Stellen-Ausschreibung:

 

 

 

Hinweis auf Fördermöglichkeiten 

Kooperationsgesuch:

Hinweis auf Fördermöglichkeiten

 
Hinweis auf Infos über letzten Creative-Monday:


Hinweis auf nächsten Creative monday


News auf Aktivitäten im Kreativforum selbst











Und natürlich dazwischen auch mal kurze Hinweise auf Aktivitäten der lokalen Kreativen




Wer bei einer facebook-seite den Gefällt mir Button drückt, abonniert quasi die Seite. Er erhält dann per email Nachricht über die neuen Eintragungen, und sieht die Meldungen der Gruppe auf seiner persönlichen facebook-Seite.


Meine persönliche Meinung zum Hosting der Webseite: 

Da nicht jeder facbook-Fan ist, und man ihn auch nicht zum facebook-mitglied zwingen sollte, wäre ein Ausweichen auf blogspot oder ein anderes Hostingsystem sinnvoll. Blogspot (= blogger.com) von google ist ist ebenfalls kostenlos, lässt sich direkt mit reservierten domains verknüfen. Es lässt sich über eingebaute Newsletterfunktionen oder RSS-Feeds ebenfalls abonnieren. Im Gegensatz zu Wordpress-Installation entfällt (wie bei facebook) auch hier jeglicher Wartungs- und Pflegeaufwand und Sicherheitsprobleme entfallen. Google sorgt stets dafür, dass alle notwendigen Funktionen und Addons (bis hin zur automatisierten mobile-Version) vorhanden und auf neuestem Stand sind.

Die Artikel sind außerdem auch ohne Suchmaschinenoptimierung immer top in den Trefferlisten, wie ich aus 10 Jahren Erfahrung (parallel mit wordpress und blogspot) bestätigen kann. Und über die einblendbaren social-Symbole kann man auch hier mühelos teilen. 
Ferner kann man mit Labels (Rubriken, Stichwörtern) arbeiten und hat ein sauberes Archiv und gute Suchfunktion. Nachteil: außer Bilder und Videos kann man keine sonstigen Dateien auf den Server hochladen - üblicherweise arbeitet man hier mit Dropbox etc.

Aber ich habe keinen Einblick über die Umstände und die Planungen beim CMR. Außerdem - wer mit Diensten wie blogger oder Systemen wie Wordpress nicht so vertraut ist wie ich, müsste sich erst die entsprechenden Kenntnisse aneignen. Da ist eine schnelle facebookseite schon einfacher und man kann sich auf das Tagesgeschäft konzentrieren


Wer übrigens die im Pressetext auftauchende domain "kreativforum-regensburg.de" (domain-Inhaber laut DENIC ist eine Janda+Roscher GmbH & Co. KG) oder die domain creative-monday-regensburg.de (domain-Inhaber Michael Wingenfeld) aufruft, wird automatisch an die facebook-Seite weiter geleitet. 
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Fortsetzung von Teil 1


Derzeitige Besetzung des Kreativforums

Am 8. Dezember 2014 trafen sich über 200 Regensburgerinnen und Regensburger aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in den Räumen der Städtischen Galerie Leerer Beutel, um für zwölf definierte Teilbranchen je eine Ansprechpartnerin/einen Ansprechpartner sowie eine Stellvertreterin/einen Stellvertreter für die Dauer von zunächst einem Jahr zu wählen. 


Wahlergebnisse für das erste kreativForum Regensburg 



Musikwirtschaft: Johannes Damjantschitsch, Clara Criado Hernández
Buchmarkt: Carola Kupfer, Ulrich Dombrowsky
Kunstmarkt: Falko Gaulke, Anjalie Chaubal
Filmwirtschaft: Felix Bruhns, Philipp Weber
Rundfunkwirtschaft: Petra Stikel, Detlef Kapfinger
Markt für Darstellende Künste: Clemens Rudolph, Ute Steinberger
Designwirtschaft: Thomas Triesch, Robert Hiltl
Architekturmarkt: Andreas Eckl, Stefan Ebeling
Pressemarkt: Antonia Kienberger, Nina Ilnseher
Werbemarkt: Andrea Hahn, Jörg Roscher
Software und Gamesindustrie: Waldo Sessler, Andreas Hechtbauer
Sonstiges: Robert Greis, Gabriele Thanner


Selbstfindungsproblem des kreativForums bzw. der Arbeitskreise

Da die Arbeitskreise gewollt für jedermann offen sind, setzen hier Probleme an:

diese Gruppengespräche finden in wechselnder Besetzung tatsächlich statt, aber es gab und gibt Diskussionen darüber, was diese Gruppen darstellen - Vereine? Abteilungen eines Vereins? GbR? Haben sie Verband-Charakter? Sind sie eigenständig, oder nur Berater der Stadt? Können sie eigene Pressemitteilungen erstellen oder müssen sie sich damit begnügen, dass die PM (nach entsprechender Prüfung) über die Pressestelle der Stadt laufen?

So sind es also bislang einfach offene Gesprächskreise mit nicht ganz klarer Rechtsnatur (zumindest aus der Sicht der Mitwirkenden) zumindest ohne feste Organisations-Struktur und ohne feste Mitglieder. 

Diese fehlende Struktur führt natürlich zu Frust bei einzelnen Gesprächsmitgliedern.

Ergebnis dieser Recherche ist, dass es teilweise unnötiger Frust aus Unwissenheit über Hintergrundfakten ist, teilweise aber der Frust durch eine Systemschwäche vorprogrammiert ist.  Es tauchen nämlich Fragen auf wie:
  • Wie wird der nächste Bereichsvertreter gewählt, wenn es anscheinend/scheinbar keine feste Mitglieder gibt, und ein ausgefeiltes Ladungs- und Wahlsystem wie im Vereinsrecht (§§ 21 ff BGB für den eingetragenen Verein) fehlt.
  • Wer kommt für die Kosten einzelner Aktionen auf, wie z.B. die Herstellung der Boxen für das Deggingerhaus, die mehr Zeit und Geld kosteten, als man vermuten möchte (eine Vereinskasse gibt es nicht)
  • Warum soll ich meine karge Freizeit für die Treffen und für das Lesen der emails opfern, wenn ich möglicherweise gar keinen Einfluss auf die 'Entscheidungen "da oben" habe, ja, wenn sich das hier möglicherweise alles von selbst zerfleddert. Und vor allem - wenn ich nicht weiß, für wen ich eigentlich arbeite?
Entgegen ursprünglicher Ausführung an dieser Stelle war es nicht die Stadt, die von den  Kreativen erwartete, sie würden "irgendwie" zusammentun und formieren.Wie genau das kF entstanden ist, schildere ich im dritten Teil dieses Artikels.


Häufige Klage in diesem Zusammenhang:

wie soll das funktionieren, ein Verband bildet sich von unten und kann nicht von oben verordnet werden. Hätte es nicht gereicht, eine Abteilung bei der Stadt einzurichten, mit der wir Kreativen dann kommunizieren können (was dann wohl später auch durch den Kreativmanager teilrealisiert wurde, und eine zweite Stelle soll mittlerweile auch schon geschaffen werden). Müssen wir hier in den Gruppen rätseln, wie das weiter gehen soll? Und werden wir vielleicht nur als Zugpferd für publicity verbraten?

Die Einwände sind verständlich. Allerdings:

Es war eine spontane Idee des neu gewählten oberbürgermeisters, dass eine Vertretergruppe als Gesprächspartner gut wäre. Die Idee wurde auf einer Veranstaltung im Herbst 2014 geäußert, organisiert von der Gruppe um "Creative-Monday-Regensburg", die den OB zum Gespräch eingeladen hatte.

Diese Gruppe wiederum nahm die Idee ernst und organisierte Treffen der Kreativen, um sie zur Wahl von Interessenvertretern aufzurufen. Dass dabei das Problem auftaucht, wie sich die Interessenvertretungen selbst strukturieren sollen, was ihnen damals klar.

Die Durchführung ist schwer. Aber irgendwie muss man anfangen.


Und trotz allem hat sich doch einiges Positives entwickelt. Zum Teil bei der anhaltenden Beratung, wie das Kreativzentrum im Deggingerhaus konzipiert sein soll, zum Teil aber auch durch andere Vorschläge und Projekte. 

Trotz vieler Klagen kommen trotzdem immer wieder Kreative zu den Treffen der entsprechenden Gruppen. Aber viele sind nach den ersten Gesprächen auch bald ferngeblieben. Der engagierten Leiterin der Gruppe Presse, Antonia Kienberger, ist es zu verdanken, dass hier dann tatsächlich einige ganz konkrete Projekte entwickelt und vorgeschlagen wurden (die gibt und gab es natürlich auch in anderen Arbeitskreisen!). 
Und sehr fruchtbar war ein Treffen im Frühjahr, bei dem sie auch Leute aus anderen Arbeitskreisen sowie den Kreativmanager S. Knopp einlud. Der crossover-Austausch wurde von allen begrüßt.  Herr Knopp war gleichermaßen erfreut und nachdenklich darüber zu hören, wie die Basis die Situation sieht. Und die Teilnehmer anderer Gruppen ließen erkennen, dass sie hauptsächlich an Vernetzung und Kontakten interessiert sind, ein tiefsitzender Wunsch, der die Leute zu weiterem Mitwirken motiviert. Und es wurden an diesem Abend auch konkrete Projekte ausgebrütet.

Aber die Probleme aus dem "Formiert Euch" -Ansatz bleiben. Es scheint, es hätte es andere Vorgehensweisen geben können. Als Beispiel fällt Linz in Österreich ein. 
Diese Stadt hat sich - aus einer hässlichen Industriestadt heraus - zu einer unglaublichen und faszinierenden Kulturmetropole entwickelt, aufgrund eines professionellen Konzepts durch die Stadtverwaltung, aber initiiert durch die Kunstszene. Die "Ars Electronica" ist da nur ein kleines Mosaiksteinchen, da gibt es noch das Brucknerhaus, die ehemalige Tabafkfabrik, das Ars-Electronca-Center, das Lentos-Museum, das absolut geniale Kulturzentrum HOF in der Altstadt, eine ehemalige Schule, und mehr. 

 


Das setzte aber professionelle Konzepte voraus, von der Stadt finanziert, von Beratern begleitet. Linz hatte 87 Millionen Euro investiert, um Kulturhauptsadt zu werden.  Hier hätte man nicht die Künstler, Musiker und Designer am Ort ansprechen um zu sagen: "macht was" oder "sagt doch mal, was ihr wollt". Die kleinen Kreativen bräuchten nämlich selbst Unterstützung, professionelle Beratung durch Verbände oder durch Unternehmensberater, um zu wissen, wie man die Situation verbessern kann. 
Jedoch: als Linz ab 2006 anfing, auf den Status als Kulturhauptstadt hinzuarbeiten (Stichwort "Linz 09" https://de.wikipedia.org/wiki/Linz_2009_%E2%80%93_Kulturhauptstadt_Europas) wurde sie kritisiert, dass sie gerade die lokalen Künstler nicht eingebunden hätte. Es kam zu zahlreichen lokalen Initiativen als Gegenbewegung (vgl. Wikipedia, a.a.O.
Man kann also nicht sagen - was man im ersten Moment vermuten würde - dass die Stadt Linz die örtlichen Kreativen indirekt stützte, indem sie ihnen ein Heim zimmerte, so dass sie sich entfalten können.  
 




Zwar hat es die Stadt geschafft, eine gigantische Kunst und Kulturstadt zu werden und zu Recht den Titel "Kulturhauptstadt" zu bekommen (das geht im genannten Wikipedia-Artikel über die Kulturhauptstadt Linz etwas unter). Allerdings förderte das Vorgehen nicht unbedingt die lokalen Künstler, jedenfalls nicht sofort und direkt.

Daher sollte man nicht voreilig fordern, dass derlei Vorgehen auf andere Städte übertragen werden soll.

Der so genannte  Regensburger Datenreport

Im übrigen hat die Stadt Regensburg durchaus von sich aus agiert und zunächst in eigene Forschung investiert: es hatte nämlich eine Studie über die Kreativwirtschaft in Regensburg in Auftrag gegeben;
Datenreport Kultur- ‐und Kreativwirtschaft Regensburg (Juni 2014)
Empirische Untersuchung zur Lage der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Stadt Regensburg
Auftraggeber: Stadt Regensburg Referat für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen, Amt für Wirtschaftsförderung 
Verfasser: Michael Söndermann, Büro für Kulturwirtschaftsforschung, Köln 
Diese äußerst aussagekräftige Untersuchung des Regensburger Zustands kann man hier abrufen:  Kreativ- und Kulturwirtschaft Anlage (1643 KB)

Darauf gab es am 8.10.2014 folgenden
Stadtratsbeschluss:

Beschlussvorlage, öffentlich
Zuständig: Amt für Wirtschaftsförderung
Drucksachennummer: VO/14/10237/85
Berichterstattung: Wirtschafts-, Wissenschafts- und Finanzreferent Daminger
Gegenstand: Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg

Beratungsfolge

08.10.2014 Ausschuss für Wirtschaft
08.10.2014 Kulturausschuss
23.10.2014 Stadtrat der Stadt Regensburg

Beschlussvorschlag:

Der Stadtrat beschließt / Der Ausschuss empfiehlt:
 

  • Der Ausschuss nimmt den Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg von Herrn
    Michael Söndermann, Büro für Kulturwirtschaftsförderung Köln, zur Kenntnis.
     
  • Der Ausschuss empfiehlt dem Stadtrat die Verwaltung zu beauftragen,
    • die personalwirtschaftlichen Voraussetzungen für die baldmögliche Besetzung einer noch zu schaffenden Stelle für die Kultur- und Kreativwirtschaft vorzubereiten
    • in einem Beteiligungsprozess mit den Akteuren der Branche ein geeignetes Areal für die Unternehmen und Vereinigungen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu identifizieren und ein Konzept für ein Kreativquartier zu entwickeln.
    • geeignete Räume für die Kultur- und Kreativwirtschaft als Übergangslösung bis zur Umsetzung des Kreativquartiers zu identifizieren und dem Stadtrat zu berichten.
Sachverhalt:

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine bedeutsame Branche in Regensburg mit 3.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 670 Unternehmen, also mit insgesamt rund 4.100 Erwerbstätigen (Zahlen 2012). 11,1% aller Selbständigen in Regensburg sind in dieser Branche tätig. Der Jahresumsatz 2012 liegt bei 427 Mio. EUR. Umsatzstärkste Märkte sind Pressemarkt, Designwirtschaft, Software-/Games-Industrie und Werbemarkt.

Die relevanten Branchenkennzahlen liegen in Regensburg über dem bayernweiten Durchschnitt. Auch im Vergleich der bayerischen Städte hat Regensburg eine Spitzenposition.

(hier Diagramm)


Akteure in Regensburg

Die Strukturen der KuK in Regensburg sind heterogen, die Akteure wenig vernetzt, ein ge- meinsames Branchenverständnis über die 11 Teilmärkte existiert nicht. Neben den etablier- ten Organisationen wie z.B. Architekturkreis, Handwerkskammer, Kunstverein Graz etc. gibt es viele kleine Initiativen, die schon aktiv sind oder noch auf der Suche nach Räumlichkeiten. Beispielhaft können genannt werden:

  • CreativeMonday: Vernetzungstreffen der Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft, ge- planter Turnus 2 monatlich, Vernetzung der Kreativen untereinander (Schwerpunkt 2014) und mit anderen Branchen und Institutionen (ab 2015)
  • Coworking: kreative Bürogemeinschaft wird aufgebaut
  • Komplex: Kulturhaus für Regensburg wird gesucht
  • Spot e.V.: Skaterhalle wird gesucht
  • Planraum e.V.: Umsetzung kreativer, technischer Ideen (3D-Drucker, Löten, etc.)
  • Kurzfilmwoche: Räume für Filmproduktion und Filmvorführung werden gesucht
  • The prosecution: Band, die Räume angemietet und zu Proberäumen umgebaut hat für eigene Nutzung und Untervermietung
  • Schauspielschule

Aufbau eines Netzwerkes im Bereich KuK

Für den Aufbau eines Netzwerkes sollen personelle und räumliche Kapazitäten geschaffen
werden:

Kultur- und Kreativmanager
Die Belange der Akteure und Unternehmen der KuK sollen zukünftig stärker unterstützt werden.
Dazu soll die Stelle eines/r Kultur- und Kreativmanagers/in geschaffen werden, der/die
die Akteure der Branche stärker vernetzt und an der Umsetzung der im Datenreport identifizierten
Handlungsfelder arbeitet.

Kreativquartier
Unternehmen der KuK stehen in Regensburg vor der Herausforderung, sichtbarer zu werden,
also öffentlich noch stärker wahrgenommen zu werden und dafür geeignete Räumlichkeiten
zu finden. Ein gemeinsam genutztes Kreativquartier würde der Raumnot Abhilfe
schaffen und die stärkere Vernetzung fördern. Eine örtliche Bündelung der Akteure würde
weit über Regensburg hinaus Strahlkraft entwickeln. Diese Räume müssen aufgrund der
Heterogenität der Branche vielfältig nutzbar sein,

1. für die Tätigkeitsfelder der Unternehmen der KuK als Gründerzentrum, Schule, Atelier,
Werkstatt, Proberaum, Film-, Foto-, Tonstudio, Veranstaltungsraum, Ausstellungsraum,
Coworking-Space, offene Werkstätten, zentraler Begegnungsort/Cafeteria, und

2. als Verortung für ein übergeordnetes Angebot für diese Branche für Beratungen, Gründungsförderung, Weiterbildungsmaßnahmen, öffentliche Veranstaltungen, Kooperationsprojekte,
Kinder- und Jugendwerkstatt, junge Kunst.

Bei der Identifikation möglicher Standorte für das Kreativquartier sollte ein ganzheitlicher
inklusorischer Ansatz der Quartiersentwicklung (Beteiligungsprozess) unter Berücksichtigung
der Vereinbarkeit von Arbeiten und Wohnen Anwendung finden. Für lärmintensive Nutzungen
wie handwerkliche Tätigkeiten oder durch Musiker oder für Veranstaltungen ist eine teilweise
abgeschiedene Lage nötig. Gleichzeitig muss das Quartier mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
oder mit dem Rad gut an den Innenstadtbereich angebunden sein.

Die Entwicklung eines Stadtquartiers für die KuK wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Bereits
heute ist jedoch der Bedarf an geeigneten Räumlichkeiten groß. Deshalb soll versucht
werden, eine geeignete Übergangslösung zu organisieren.

Anlagen: Datenreport Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg
Quellen (alternativ)


Auch muss man erwähnen, dass die Stadt vorhat, das Kulturzentrum im Deggingerhaus stark zu subventionieren

Allerdings hat hier die Stadt eben nicht Professionelle mit dem weiteren Ausbaukonzept beauftragt, oder eine Ausschreibung vorgenommen, sondern der OB hat die Szene vor Ort aufgefordert: "Sagt mir was ihr wollt. Ich will euch helfen".

Und wenn  man das nun mit Linz vergleicht, muss man sagen: Regensburg geht basisdemokratischer vor. Die gegenwärtigen Maßnahmen setzen auf regionale Kreative, und nicht darauf, mit Gewalt Kulturhauptstadt zu werden.

Und nebenher wurden die Kreativen angestups, sich zu vernetzen.  Zum Problem Vernetzung wird noch einiges zu sagen sein.


Den Anstupser gaben Stadtrat, die Bürgermeister und die Initiative Creative-Monday-Regensburg im Herbst 2014. Wer ist aber Creative-Monday-Regensburg?





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